Ein defektes Stellwerk in Hamburg-Eidelstedt hat am Dienstag den Bahnverkehr in Richtung Norden massiv durcheinandergewirbelt. Züge nach Kiel und auf die Insel Sylt fielen komplett aus, Verbindungen nach Dänemark waren ebenfalls betroffen. Die Deutsche Bahn sprach von einer „erheblichen Störung“ und kündigte an, dass Reparaturen bis in den Abend hinein dauern könnten.
Bereits am frühen Morgen stauten sich Pendler auf den Bahnsteigen. Viele Reisende, die regelmäßig die Strecke nutzen, kannten diesen Anblick schon: Das alte Stellwerk hatte bereits in den vergangenen Monaten mehrfach Probleme bereitet. Diesmal jedoch traf es besonders hart. Wer nach Norden wollte, stand vor einem Dilemma – die Bahn war nicht zu bewegen.
Statt ratloser Achselzuckungen empfahl die Bahn ihren Fahrgästen konkrete Ausweichrouten. Reisende nach Kiel konnten über Bremen fahren, wenngleich die Fahrtzeit sich um etwa zwei Stunden verlängerte. Wer nach Sylt wollte, sollte über Rendsburg ausweichen – auch hier verlängerte sich die Reisezeit erheblich. Für Verbindungen nach Dänemark standen alternative Routen über Flensburg zur Verfügung. Ob diese Angebote tatsächlich funktionieren würden, war fraglich, denn auch dort war mit Verspätungen zu rechnen.
Besonders frustrierend für Geschäftsreisende und Berufspendler: Diese Ausfälle ließen sich nicht einfach abfangen. Der Bahnverkehr im Norden ist bereits chronisch überlastet, Ersatzkapazitäten existieren praktisch nicht. Wer auf einen bestimmten Zug angewiesen war, um einen wichtigen Termin einzuhalten, war schlicht Pech gehabt.
Die Bahn kündigte an, Fahrgäste bei Fahrtzeitenverlängerungen von mehr als einer Stunde mit Gutscheinen zu entschädigen. Eine vollständige Rückerstattung sei jedoch nicht vorgesehen. Pendler, die tausende Kilometer im Jahr zwischen Hamburg und den nördlichen Bundesländern fahren, zeigten sich ratlos: Wie lange würde es diesmal dauern, bis solche Probleme endlich gelöst werden?






